Historistisch historisch - Schwellentransport mal anders!

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Dieselpower
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Historistisch historisch - Schwellentransport mal anders!

Beitrag von Dieselpower »

Wir erinnern uns an den Bü-Unfall im Spätsommer 2011, als ein sehr schlauer PKW-Fahrer dachte, der Zug sei am blinklichtgesicherten Bü bei Girod noch weit weg, da er keinen hellerleuchteten Vectus-VT sah, und Gas gab.
Sein Pech: die beiden 225er hatten den Bü längst passiert, nicht jedoch die letzten Tams-Rolldachwagen, und so krachte er mitten in die Wagenschlange, die er zu spät erkannte, und brachte einen der leeren Wagen zum Entgleisen.
Dummerweise war die Strecke einige Jahre zuvor von örtlichen Fdl "befreit" worden, und der Fdl im fernen Montabaur wunderte sich nur über die sich ansammelnden Fehlermeldungen, denn der Lokführer spürte von dieser "Oberbauveränderung" nichts, und zog den Wagen bis Montabaur mit, wo sich dann schließlich einige Wagen aus Solidarität entschieden, auch zu entgleisen. Ein Radsatz schaffte es dabei bis auf den einige Meter tiefer gelegenen P+R-Parkplatz. Zum Glück wurde außer dem Verursacher niemand verletzt, aber die Strecke hatte gelitten. Auf fast 10 km Strecke war alles, von der Bü-Eindeckung über Schwellen, Kleineisen und PZB-Magneten bis zu Weichenantrieben, demoliert.
Am Sonntag, den 02.10.2011 sollte die erste Lieferung Schwellen aus Hanau kommen, und die Eisenbahnfreunde hatten just eine Lastprobefahrt zu meistern. Was lag also näher, als an diesem "doppelten Sonntag" (der 03.10. ist bekanntlich Feiertag) dafür den Schwellenzug in den Westerwald zu nehmen? Obendrein herrschte Kaiserwetter (zu Ungunsten der Dampfentwicklung, aber egal), und man kann sich vorstellen, was im Unterwesterwald los war. Ich nutzte das für die Verknüpfung zweier Hobbies, und reiste per Motorrad an, auch wenn das nicht optimal für eine flotte Verfolgung ist, obwohl man das meinen sollte, aber Immer wieder Helm und Handschuhe aus (Jacke auch!!!), Fotoknips raus und wieder rein in den Tankrucksack, das gleicht die gewonnene Wendigkeit schnell wieder aus.
Und so zeige ich heute zwei Bilder der Aktion, bei denen ich keine Personen im Bild habe.

Als erstes die Ankunft in Steinefrenz bei "suboptimalem" Sonnenstand - nach der anstrengenden Bergfahrt natürlich mit geschlossenem Regler. Manipulation: Der digitale Entferner für Farbschmierereien am Güterschuppen war aktiv, und irgendwie muß der GSM-R-Sendemast an diesem Wochenende - vermutlich wegen Wartung - vorübergehend abgebaut gewesen sein:
Bild

Nach dem Zurechtrangieren ging es für 50 3552 wieder heimwärts. Daß sie nun Tender voraus fuhr, machte bei diesem Motiv nichts aus, und so posiert sie noch einmal vor dem schmucken Bahnhofsgebäude:
Bild

Was für eine Aktion....Gruß an alle, die an diesem Sonntag vor fast 15 Jahren (!) auch aktiv waren!
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reinout
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Re: Historistisch historisch - Schwellentransport mal anders!

Beitrag von reinout »

Danke für die Bilder. Auch ohne Sendemast gefallen sie :)

Reinout
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